Cosmic Dawn presents: Coogan's Bluff + Mother's Cake

Coogan's Bluff

Newcomer sind sie nicht mehr, aber dafür haben sie sich neu erfunden: Stoner Rock war vorgestern, jetzt spielen Coogans Bluff Funk, Soul, Kraut- und Jamrock. Auf dem Blatt klingt das erstmal fies. Nach einer Band die alles will und nicht kann. Doch spätestens mit ihrem neuen, vierten Album "Gettin' Dizzy" können Coogans Bluff alles. 

Die Abgrenzung von der Stoner-Szene, in der sich die Band zwischen Berlin, Leipzig und ihrer Heimatstadt Rostock einen guten Namen erarbeitet hat, deutete sich auf der Scheibe "Poncho Express" von 2012 deutlich an. Das waren verspielte, aber etwas unausgegorene Songs voll Bläser und Captain-Beefheart-Referenzen. "Gettin' Dizzy" nun ist wesentlich fokussierter, hantiert gekonnt mit den Zutaten und schafft sich einen eigenen Platz. 

Dabei fing 2003 alles noch so anders an, als die Punks von Rostock Coogans Bluff unter ihre Fittiche nahmen und der Band erst einmal erklärten, wie man Konzerte organisiert. "Es ist schwierig, aus dem Norden herauszukommen", sagt Gitarrist Willi Paschen. "Viele Bands werden in Rostock abgefeiert und kommen damit bis nach Neubrandenburg oder Schwerin. Das war es dann. Aber die Punks haben gesagt: "Ey, ihr müsst raus!" 

War das Aufnehmen für sie ein notwendiges Übel, haben Coogans Bluff - benannt nach einem Clint Eastwood-Krimi - mittlerweile sogar Spaß im Studio. "Diesmal wollten wir es so hinbekommen, dass ein Vibe rüberkommt - nicht nur das es gut klingt." Paschens Bruder, Schlagzeuger Charlie, hat dabei Regie geführt. Das Ergebnis ist die Platte einer Band, die es hörbar genießt, sich auszuprobieren, und die es schafft, gleich auf mehreren Terrains zu überzeugen - ganz ohne Bluff und doppelten Boden. 
(Jan Schwarzkamp // Visions)

Beefheart

live in Lübeck 2014

Mother's Cake - Love the Filth Tour

Dreckig und düster erklingt das neue Mother's Cake Album "Love The Filth" (VÖ: 05.06.2015, Panta R&E). Die Band geht dabei nicht nur musikalisch neue, psychedelische Wege, sondern bezieht auch inhaltlich eine klare Gegenposition zu gesellschaftlichen Konventionen. Statt weißer Westen gibt es Dreck auf beide Ohren und das in voller Härte.

Mit einem gewissen Stolz trägt das Trio im Titeltrack den persönlichen, inneren Schmutz sowohl musikalisch durch ungewohnte Industrial Anleihen, als auch textlich durch klare Ansagen nach außen. Besungen wird genau jene Verdorbenheit, die unsere Gesellschaft belastet, aber gleichzeitig verleugnet wird. Das Bekenntnis, diesen eigenen Makel zu lieben, zu pflegen und auch auszuleben, verhindert, dass die unterdrückten, pervertierten Gelüste an anderen ausgelassen werden. Es befreit letztendlich den menschlichen Geist von seinen Hemmungen. Und ist es nicht die Pflicht der freien Geister, die Krankheiten der korrupten Gesellschaft aufzuzeigen?

Menschliche Abgründe existieren zur Genüge – die meisten in uns selbst. Selten wollen wir uns mit ihnen auseinandersetzten oder gar identifizieren. Die Menschheit verlässt sich lieber auf einen Erlöser, der das Klima rettet und unsere Kinder erzieht. Aber jeder Heiland wird zum Fremdkörper – stellt er sich doch gegen die Interessen der Mächtigen. Wie ein unerwünschtes Monster, selbst wenn er nur das Beste im Sinn hat: Sein Gehabe ist dem Menschen oft unverständlich und flößt ihm Angst ein, da er plötzlich doch den eigenen Einflussbereich gefährdet sieht. Im Song „Gojira“ (Japanisch für Godzilla) inklusive dazugehörigem Video zollt Mother’s Cake dem gleichnamigen, missverstanden Wesen Tribut und stellt sich klar auf die Seite der Bestie. Kreischende Gitarren und röhrender Fuzz begleiten die unbesiegbare Riesenechse auf ihrem zerstörerischen Pfad quer durch die Zivilisation, angefeuert durch treibende Beats und wummernde Bässe, die dem Zuhörer die Rhythmen um die Ohren schleudern, wie Blitze aus Gojiras Rückenkamm.

Will Mother’s Cake deswegen den ultimativen Zerstörungskrieg gegen die Menschheit? Genügend Argumente dafür und gegen unsere Art wären sicherlich vorhanden. Bleibt nur zu hoffen, dass das Trio unserer Spezies angehört und falls nicht, uns wohlgesonnen ist!

Love the Filth @ Bandcamp

Creation's Finest

 

Event@Facebook

Achtung!

Coogan's Bluff und Mother's Cake spielen jeweils das volle Set. 

Einlass: 20Uhr

Beginn: 21Uhr

Showtime Mother's Cake: 21:00Uhr

Showtime Coogan's Bluff: 22:30Uhr

Hier gehts zum Vorverkauf! (VVK 15,30; AK 16,-)

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